Geschlechterdemokratie – Tagungsrückblick

Letztes Wochenende habe ich an einer interessanten und beindruckenden Veranstaltung in Dresden teilgenommen. In Rahmen des Programms zum Thema politische Bildung vom Riesa Efau gab es in der Elbestadt eine Tagung, die sich mit Geschlechterdemokratie und Feminismus beschäftigt hat: Einmischen+Mitmischen. Querschnitt feministischer Perspektiven. Da ich mich für solchen Themen interessiere und dafür in Spanien viel engagiert habe, war die Entscheidung meinen Samstag dort zu verbringen einfach zu treffen. Außerdem denke ich, dass es wichtig ist, neue Ideen zu bekommen, seinen Horizont zu erweitern und die eigene demokratische Perspektive zu stärken.

Ein Vormittag voller neuen Perspektiven

Der Vormittag hat mit einer herzlichen Begrüßung von Seiten der Organisator*innen angefangen. Gleich nach unserer Einführung wurde ein sehr gut vorbereiteter Vortrag von der Soziologin Julia Haas gehalten, die gerade in Köln forscht. Unter dem Titel Sexismuskritik von Rechts. Ein Blick auf die derzeitige Strategie ging es um neue rechte Akteurinnen und Aktivistinnen der Identitären Bewegung, beziehungsweise um die Art und Weise, in der diese Akteurinnen das Thema der Sexismuskritik aufgreifen und inwiefern es eine Veränderung der traditionellen Rollenbilder von Frauen in den Bewegungen der extremen Rechten gibt. Trotz der zahlreichen Forschungsarbeiten zum Thema Frauen und rechtsextremen Bewegungen war der Input und die Brücke zwischen früheren und heutigen Theorien deutlich erklärt. Persönlich interessant fand ich die Analyse von Äußerungen und Strategien in sozialen Netzwerken, eigentlich war dies ein Augenöffner. Infolgedessen hat sich eine ausgiebige Diskussion zum Thema entsponnen und dazu gab es einen lebhaften Austausch.

Nach der Kaffeepause kam die zweite Veranstaltung des Tages: ein Vortrag von Sabine Drewes aus der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Wie gestalten Frauen* ihre Städte? Das Genderranking im Praxis-Check war eine Einführung ins Thema Frauen und Kommunalpolitik durch die Vorstellung eines Rankings, das von der Stiftung erstellt und durchgeführt wurde. Schließlich hat die Moderatorin Karin Luttman zwei Stadträtinnen – Ines Kummer aus Freital und Gesine Märtens aus Leipzig –  begrüßt und die darauffolgende Podiumsdiskussionsmoderiert. Das Publikum hat sich beteiligt, viel mitgemacht und neue Diskussionspunkte vorgeschlagen.

Zeit für Workshops!

Der Nachmittag war der schwierigste Teil der Tagung für mich, weil es parallele Veranstaltungen gab und das heißt, je mehr Angebote es gibt, desto mehr spannende Optionen existieren, die ich auf keinen Fall verpassen will. Am Ende habe ich ein Workshop zum Thema Trans*mysoginie mitgemacht. Die Veranstaltung wurde von einer aus Berlin gekommenen Referentin geleitet. Die Workshop-Leiterin, die Musikerin und Aktivistin FaulenzA, definierte den Begriff Trans*mysoginie als die systematische Diskriminierung gegen Transweiblichkeiten und die Intersektion von Transfeindlichkeit und Frauenfeindlichkeit oder Sexismus. Mit konkreten Beispielen hat sie das Thema veranschaulicht und eine angenehme Einführung ermöglicht. Sie hat nicht nur über die generelle Situation in unserer Gesellschaft geredet, sondern auch über die sogenannten „safe spaces“ und feministischen Räumen, in denen Trans*mysoginie erstaunlicherweise noch existiert. Es wurden auch konkrete Tipps und Unterstützungsmöglichkeiten gegeben und nach dem Workshop ergab sich eine inhaltsvolle Diskussion über Themen, die mit Transfeindlichkeit und Trans*mysoginie zu tun haben, wie zum Beispiel die Repräsentation von Trans* Menschen in Filmen oder die Situation von Trans* Menschen in Deutschland.

Als Zusammenfassung würde ich sagen, die Tagung hat mir neue Kenntnisse gebracht und spannende Bildungsperspektiven geöffnet. Ich freue mich darüber, dass ich einen deutlichen Einblick zu solchen Themen im deutschen Bildungskontext bekommen habe.

Hier gibt es noch einen Videostream der Konferenz, klickt rein!