Demokratiebesuch in Dresden: Workshop Beteiligung

Eine bunt gemischte Jugendgruppe aus Jerichow in Sachsen-Anhalt war auf Demokratietour in Dresden und hat unser Projekt Poli-Tour für zwei Aktivitäten mit an Bord geholt. Passend zum Thema der Woche führten wir unseren Workshop zum Thema Beteiligung / Partizipation durch und nahmen die Jugendlichen anschließend auf eine Actionbound-Tour durch die Innenstadt.

Zuerst der Workshop…

In unserem Workshop lernten die Jugendlichen zuerst kennen, was eine Demokratie als Staatsform ausmacht. Das sind nämlich nicht nur Wahlen, sondern auch die Garantie weiterer grundlegender Rechte und Freiheiten. Anschließend warfen wir einen Blick auf die verschiedenen Formen der Beteiligung, die es den Bürger*innen in Demokratien ermöglichen Einfluss auf das politische Geschehen zu nehmen. Wir unterschieden hier zwischen konventionellen Formen wie eben Wahlen, Parteimitgliedschaft oder auch Gesprächen mit den lokalen Vertreter*innen in Stadtrat, Land- oder Bundestag, sowie unkonventionellen Formen wie Bürgerinitiativen, Demonstrationen oder auch Blockaden, wie sie sich ja auch immer wieder in Dresden vor allem im Rahmen der Proteste um den 13. Februar zeigen. Interessant war hier, dass für die Jugendlichen viele der von uns als unkonventionell eingeschätzten Formen längst zum normalen, konventionellen Repertoire der Beteiligung gehörten.

Anschließend sollten die Jugendlichen eigene Projekte entwerfen, die das Leben hier besser machen würden, und sich dazu eine Kampagne mit Beteiligungsformen ausdenken. Vom Exportverbot für Waffen – bspw. über Boykott bestimmter Waren – bis zu mehr Recycling und der Vitalisierung des ländlichen Raums – über Initiierung von Volksfesten – waren einige spannende Projekte dabei.

…dann ab in die Stadt

Zwei Tage später wollten wir das im Workshop Erfahrene dann an historischen und auch aktuellen Beispielen in Dresden veranschaulichen, wofür wir eine Actionbound-Tour gebastelt haben. Angefangen weit zurück in der Geschichte bei den DDR-weiten Aufständen von 1953 ging es über die Friedensbewegung „Schwer zu Pflugscharen“ der 1980er-Jahre zu Pegida und dem Gedenken und den Protesten um den 13. Februar. Nach einem Blick auf den Landtag kamen wir schließlich bei den Klimaprotesten von heute an. Die wurden dargestellt an einer ihrer kontroversesten Formen, den öffentlichkeitswirksamen Aktionen von „Extinction Rebellion“, einer aus England stammenden Umweltschutzbewegung, die auch in Deutschland aktiv ist.

Gute Kombination

Auch wenn die Gruppe nach ihrem Ausflug in die Sächsische Schweiz bei unserer Actionbound-Tour etwas erschöpft war, hat uns die Arbeit mit den Jugendlichen großen Spaß gemacht. Die Kombination aus Workshop und Stadttour scheint uns sehr gelungen, weswegen wir das Projekt in Zukunft auch gerne mit anderen Gruppen durchführen wollen!