Svenja absolviert einen einjährigen Freiwilligendienst mit dem Europäischen Solidaritätskorps in Polen, hier kommen die Eindrücke ihrer ersten Monate.
Fremdes Land.
Fremde Stadt.
Fremde Wohnung.
Vier fremde Menschen im winzigen Flur im vierten Stock eines Plattenbaus in Krakau.
Ungefähr so liefen die ersten Stunden meines Freiwilligendienstes im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps (ESK) hier in Polen ab. Eine Frau meiner Organisation IB Polska gibt uns die Schlüssel, erklärt uns alles und lässt uns dann in der Wohnung zurück. Nicht unbedingt der sanfteste Start in diese Erfahrung, doch im Laufe der nächsten Tage lernen wir sie und auch die anderen Freiwilligen kennen, erkunden gemeinsam die Stadt, knüpfen erste Kontakte und werden nach und nach an unseren Arbeitsorten vorgestellt. Für mich führte dieser Start schließlich zu meinem Einsatzort: einem Kindergarten in Podgórze .
Meine Arbeit hier beschränkt sich jedoch nicht nur auf eine 30h Woche im Kindergarten, in der ich die Kinder auf Exkursionen begleite und regelmäßig eigene Unterrichtseinheiten plane. Neben dem Polnischunterricht vor Ort und den regelmäßigen Workshops mit anderen Freiwilligen, gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten neue Leute zu treffen und sich zu engagieren. Im multikulturellen Zentrum der Stadt finden regelmäßig Tanz-, Yoga- und Sprachkurse statt. Außerdem können wir eigene Workshops planen oder gemeinsam für Bedürftige kochen.
Mehrere Monate in einem neuen Land mit einer fremden Sprache und unbekannten Traditionen wirken im ersten Moment vielleicht einschüchternd und das war es auch. In den Monaten vor meiner Abreise habe ich die Frage „Warum ausgerechnet Polen?“ mehr als nur ein paar Mal gehört und ich habe sie mir auch selbst oft genug gestellt, ohne die Antwort zu kennen. Wieso sollte man seine Zeit in einem Nachbarland gerade mal ein paar hundert Kilometer von Dresden entfernt verbringen, wenn einem die Tür zu ganz Europa offensteht?
Polen ist trotz seiner Nähe, ein faszinierendes Land, welches anderen Einsatzorten des ESK in nichts nachsteht. Die Winter hier sind kalt und dunkel, doch die Menschen herzlich und gastfreundlich, auch wenn sie im ersten Moment etwas verschlossen wirken. Mehrmals wurden wir von unseren Vorgesetzten auf einen Kaffee oder sogar nach Hause eingeladen oder bekamen von unserem Vermieter während der Waschmaschinenreparatur Restaurantempfehlungen.
Außerdem ermöglicht mir meine Arbeit im Kindergarten viele Traditionen und Feiertage aus erster Hand mitzuerleben und zu feiern. Zum Beispiel wird hier jedes Jahr am 29. November Andrzejki gefeiert. Hierbei geht es darum sich gegenseitig die Zukunft vorherzusagen, um vor allem jungen Frauen Auskunft über ihr Liebesleben, aber auch den Job oder Gesundheit zu geben. Im Kindergarten tanzten und sangen die Kindergärtnerinnen als Hexen mit den ebenfalls verkleideten Kindern und sagten ihnen ihre Zukunft voraus.
Eine weitere Sache, die mich insbesondere an der Stadt Krakau fasziniert ist die Geschichte, die sich hier so lebendig anfühlt. Für die meisten Freiwilligen gehört bei der geringen Entfernung mit dem Zug auch ein Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau dazu. Wer den „Film Schindlers Liste“ gesehen hat wird jedoch auch hier in Krakau viele Szenen wieder erkennen. Mein Arbeitsweg führt mich beispielsweise fast täglich durch die ehemaligen jüdischen Ghettos, vorbei an Kulissen, die ich bisher nur in schwarz-weiß kannte. Jetzt ziehen sie in Farbe am Fenster der Straßenbahn vorbei, bis ich meine Haltestelle erreiche, ganz in der Nähe des Platzes auf dem vor gerade mal etwas mehr als 80 Jahren mehrere Tausend Juden deportiert wurden. Vieles kannte ich bereits aus Büchern und Filmen, aber es hier täglich zu sehen ist etwas völlig anderes.
Auch wenn ich am Anfang definitiv berechtigte Angst davor hatte, was mich hier erwarten würde und die letzten drei Monate nicht nur Höhepunkte hatte, überwiegt das positive schon jetzt eindeutig. In solchen Situationen ist man dazu gezwungen sich mit sich selbst zu beschäftigen, nicht immer angenehm, aber notwendig. Das Gefühl selbst in einem fremden Land trotz Sprachbarriere Freundschaften zu schließen und den eigenen Alltag das erste Mal völlig selbst zu gestalten, hat mich eine neue Art von Selbstvertrauen und Sicherheit fühlen lassen. Jetzt weiß ich: Wenn ich das geschafft habe, werde ich auch kommende Hürden überwinden. Es ist in Ordnung nicht immer alles bereits geplant zu haben und zu wissen, man muss nur mutig genug sein sich darauf einzulassen.
Jetzt drei Monate später ist vieles nicht mehr fremd.
Nicht das Land.
Nicht die Stadt.
Nicht die Wohnung.
Nicht einmal die Sprache.
Und auch nicht die vier Fremden aus dem Hausflur.
Svenja absolviert einen einjährigen Freiwilligendienst mit dem Europäischen Solidaritätskorps in Polen, hier kommen die Eindrücke ihrer ersten Monate.
Fremdes Land.
Fremde Stadt.
Fremde Wohnung.
Vier fremde Menschen im winzigen Flur im vierten Stock eines Plattenbaus in Krakau.
Ungefähr so liefen die ersten Stunden meines Freiwilligendienstes im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps (ESK) hier in Polen ab. Eine Frau meiner Organisation IB Polska gibt uns die Schlüssel, erklärt uns alles und lässt uns dann in der Wohnung zurück. Nicht unbedingt der sanfteste Start in diese Erfahrung, doch im Laufe der nächsten Tage lernen wir sie und auch die anderen Freiwilligen kennen, erkunden gemeinsam die Stadt, knüpfen erste Kontakte und werden nach und nach an unseren Arbeitsorten vorgestellt. Für mich führte dieser Start schließlich zu meinem Einsatzort: einem Kindergarten in Podgórze .
Meine Arbeit hier beschränkt sich jedoch nicht nur auf eine 30h Woche im Kindergarten, in der ich die Kinder auf Exkursionen begleite und regelmäßig eigene Unterrichtseinheiten plane. Neben dem Polnischunterricht vor Ort und den regelmäßigen Workshops mit anderen Freiwilligen, gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten neue Leute zu treffen und sich zu engagieren. Im multikulturellen Zentrum der Stadt finden regelmäßig Tanz-, Yoga- und Sprachkurse statt. Außerdem können wir eigene Workshops planen oder gemeinsam für Bedürftige kochen.
Mehrere Monate in einem neuen Land mit einer fremden Sprache und unbekannten Traditionen wirken im ersten Moment vielleicht einschüchternd und das war es auch. In den Monaten vor meiner Abreise habe ich die Frage „Warum ausgerechnet Polen?“ mehr als nur ein paar Mal gehört und ich habe sie mir auch selbst oft genug gestellt, ohne die Antwort zu kennen. Wieso sollte man seine Zeit in einem Nachbarland gerade mal ein paar hundert Kilometer von Dresden entfernt verbringen, wenn einem die Tür zu ganz Europa offensteht?
Polen ist trotz seiner Nähe, ein faszinierendes Land, welches anderen Einsatzorten des ESK in nichts nachsteht. Die Winter hier sind kalt und dunkel, doch die Menschen herzlich und gastfreundlich, auch wenn sie im ersten Moment etwas verschlossen wirken. Mehrmals wurden wir von unseren Vorgesetzten auf einen Kaffee oder sogar nach Hause eingeladen oder bekamen von unserem Vermieter während der Waschmaschinenreparatur Restaurantempfehlungen.
Außerdem ermöglicht mir meine Arbeit im Kindergarten viele Traditionen und Feiertage aus erster Hand mitzuerleben und zu feiern. Zum Beispiel wird hier jedes Jahr am 29. November Andrzejki gefeiert. Hierbei geht es darum sich gegenseitig die Zukunft vorherzusagen, um vor allem jungen Frauen Auskunft über ihr Liebesleben, aber auch den Job oder Gesundheit zu geben. Im Kindergarten tanzten und sangen die Kindergärtnerinnen als Hexen mit den ebenfalls verkleideten Kindern und sagten ihnen ihre Zukunft voraus.
Eine weitere Sache, die mich insbesondere an der Stadt Krakau fasziniert ist die Geschichte, die sich hier so lebendig anfühlt. Für die meisten Freiwilligen gehört bei der geringen Entfernung mit dem Zug auch ein Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau dazu. Wer den „Film Schindlers Liste“ gesehen hat wird jedoch auch hier in Krakau viele Szenen wieder erkennen. Mein Arbeitsweg führt mich beispielsweise fast täglich durch die ehemaligen jüdischen Ghettos, vorbei an Kulissen, die ich bisher nur in schwarz-weiß kannte. Jetzt ziehen sie in Farbe am Fenster der Straßenbahn vorbei, bis ich meine Haltestelle erreiche, ganz in der Nähe des Platzes auf dem vor gerade mal etwas mehr als 80 Jahren mehrere Tausend Juden deportiert wurden. Vieles kannte ich bereits aus Büchern und Filmen, aber es hier täglich zu sehen ist etwas völlig anderes.
Auch wenn ich am Anfang definitiv berechtigte Angst davor hatte, was mich hier erwarten würde und die letzten drei Monate nicht nur Höhepunkte hatte, überwiegt das positive schon jetzt eindeutig. In solchen Situationen ist man dazu gezwungen sich mit sich selbst zu beschäftigen, nicht immer angenehm, aber notwendig. Das Gefühl selbst in einem fremden Land trotz Sprachbarriere Freundschaften zu schließen und den eigenen Alltag das erste Mal völlig selbst zu gestalten, hat mich eine neue Art von Selbstvertrauen und Sicherheit fühlen lassen. Jetzt weiß ich: Wenn ich das geschafft habe, werde ich auch kommende Hürden überwinden. Es ist in Ordnung nicht immer alles bereits geplant zu haben und zu wissen, man muss nur mutig genug sein sich darauf einzulassen.
Jetzt drei Monate später ist vieles nicht mehr fremd.
Hallo, mein Name ist Josi und ich befinde mich gerade in Gdańsk, Polen – auch bekannt als Danzig. Im Rahmen meines Europäischen Solidaritätskorps (ESC) Jahres arbeite ich bei PSONI, einer Organisation, die Menschen mit intellektuellen Behinderungen unterstützt. In den letzten Monaten habe ich nicht nur viel über die Arbeit mit dieser besonderen Zielgruppe gelernt, sondern auch unvergessliche persönliche Erfahrungen gemacht.
Mein ESC Jahr hat mir nicht nur beruflich, sondern auch persönlich viel gegeben. Ich hatte die Chance, viele Menschen aus ganz Europa kennenzulernen, die mittlerweile zu meinen besten Freunden zählen. Es ist unglaublich bereichernd, so unterschiedliche Perspektiven auf das Leben zu erhalten – sei es aus Spanien, Dänemark, Frankreich oder der Türkei.
Außerdem hat mir das Leben in Gdańsk geholfen, viele neue Fähigkeiten zu entwickeln. Zum ersten Mal lebe ich alleine und habe gelernt, auf mich selbst gestellt zu sein. Anfangs war es eine große Überwindung, meine Heimat in Thüringen zu verlassen und mich auf das Abenteuer in Polen einzulassen. Besonders die Sprache, das Verlassen der vertrauten Umgebung und die Herausforderung, mich in ein neues Arbeitsumfeld mit Menschen mit Behinderungen einzufinden, waren nicht immer einfach. Aber heute, nach vielen Höhen und Tiefen, bin ich unglaublich glücklich über diese Entscheidung. Ich würde es jederzeit wieder tun.
Ein besonders wertvoller Aspekt meiner Arbeit ist die Interaktion mit Menschen mit Behinderungen. Die Menschen, mit denen ich hier arbeite, sind unglaublich ehrlich, dankbar und offen. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und gleichzeitig auch viele Momente der Freude und des Lernens. Es ist eine sehr erfüllende Arbeit, bei der ich täglich nicht nur anderen helfe, sondern auch selbst wachse.
Die Arbeit bei PSONI ist sehr gut organisiert. Ich kann meinen Arbeitsplatz individuell gestalten und viel selbstständig organisieren. Gleichzeitig habe ich immer die Möglichkeit, auf Unterstützung zurückzugreifen, wenn ich sie brauche. Besonders schätze ich, dass Kritik offen und konstruktiv geäußert wird, was zu einer positiven Arbeitsatmosphäre beiträgt.
Wenn ich auf mein Jahr hier in Polen zurückblicke, kann ich sagen, dass es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war. Ich habe nicht nur beruflich viel gelernt, sondern auch persönlich unglaublich viel gewonnen. Das ESC Jahr hat mir die Möglichkeit gegeben, neue Freunde zu finden, meine Sprachkenntnisse zu verbessern und mich selbst besser kennenzulernen.
Ich kann jedem jungen Erwachsenen nur empfehlen, ein Auslandsjahr mit dem ESC zu machen. Die Erfahrungen, die man hier sammeln kann, sind unvergleichlich. Und auch Polen als Zielland kann ich nur wärmstens weiterempfehlen. Es gibt so viel zu entdecken, und die Menschen hier haben mich durch ihre Offenheit und Herzlichkeit immer wieder beeindruckt.
Es war eine Entscheidung, die mein Leben verändert hat – und ich würde es jederzeit wieder tun.
Mein Name ist Gesche, ich bin 19 Jahre alt und habe im Oktober mein Freiwilliges Jahr in Stettin begonnen. Dort bin als Trainerin in einem Zirkus. Der Cyrk Zodiak wie er sich nennt, hat sich auf die Luftakrobatik spezialisiert, um genauer zu sein auf Tuchakrobatik. Aber auch das Trapez und Arial Hoop sind ein großer Bestandteil des Cyrk Zodiak. Auch vertreten aber nicht in einem so großen Maß wie die Luftakrobatik sind die gewöhnliche Akrobatik und Balance. Und natürlich darf in keinem Zirkus die Jonglage fehlen.
Der Zirkus bietet Klassen für Kinder und Erwachsene an, um diese Disziplinen zu lernen. Momentan ist meine Aufgabe, den Trainerinnen und Trainern während dieser Klassen zur Seite zu stehen und hauptsächlich den Kindern zu helfen. Da ich aus dem Gerätturnen komme, hatte ich zuvor noch nicht so wirklich Kontakt mit Zirkus. Ich durfte mich selber auch an den Tüchern versuchen, bevor ich begonnen habe den Kindern zu helfen und kann sagen, dass es gar nicht so einfach ist. Man muss wissen, wo welcher Fuß oder der Arm hin muss. Das Ziel ist jedoch, dass ich irgendwann meine eigene Klasse anbieten kann.
Auch wenn ich jetzt erst zwei Monate dort war, habe ich schon sehr viel mit dem Zirkus erleben dürfen. Gleich bei meiner Ankunft in Stettin durfte ich an einem Austauschprojekt teilnehmen. Wir befinden uns gerade in der Planungsphase für ein weiteres Treffen.
Ich durfte auch schon bei einer Open Stage eine meiner Übungen aus dem Turnen zeigen, jedoch musste ich diese etwas an die anderen Bodenverhältnisse anpassen. Jetzt bin ich dabei eine eigene Show zu kreieren, die ich bei einem Varieté im Dezember präsentieren darf.
Als ich mich entschied, ein Jahr einen Freiwilligendienstes im Ausland zu absolvieren, wusste ich, dass ich eine besondere Erfahrung machen würde. Was ich jedoch nicht erwartet hätte, war, wie tiefgreifend und bereichernd diese Erfahrung sein würde. Mein Freiwilligendienst bei PSONI, eine Organisation mit vielen verschiedenen Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung, in Gdansk, an der polnischen Ostseeküste, hat mich geprägt und mir neue Einblicke ermöglicht. Meine Arbeit bei PSONI umfasst eine Vielzahl von Aufgaben. Ein Teil meiner Zeit verbringe ich in Schulen, wo ich Lehrkräfte im Unterricht unterstützte und mich zusätzlich mit den Schülern beschäftige. Darüber hinaus habe ich einen Workshop für Fotographie und bin in einer Band. Es war unglaublich erfüllend, meine kreative Seite ausleben zu können und gleichzeitig einen Beitrag zur Organisation zu leisten.
Ein weiterer Teil meiner Arbeit besteht darin, in einem Wohnhaus für Menschen mit geistiger Behinderung zu helfen. Hier unternehme ich unterschiedliche Freizeitaktivitäten, wie Kochen, Basteln oder Brettspiele zu spielen. Meine Wohnung in Gdansk ist gut gelegen: eine Wohnung nur 30 Minuten von der Altstadt und 30 Minuten vom Meer entfernt. Durch Nähe zu verschiedenen Freizeitmöglichkeiten ermöglicht es mir, meine Freizeit vielfältig zu gestalten. Mit meiner Mitbewohnerin Adriana aus Portugal verstehe ich mich sehr gut. Zusammen unternehmen wir oft Dinge am Wochenende, und manchmal auch mit den anderen Freiwilligen. Bis jetzt hat mir meine Arbeit bei PSONI sehr gut gefallen, ich freue mich auf die schönen Sommermonate.
Cześć, ich bin Luzie, 19 Jahre alt und mache meinen ESK-Freiwilligendienst in der wunderschönen Hafenstadt Gdańsk. Zusammen mit sechs weiteren Freiwilligen aus verschiedenen Ländern arbeite ich seit September 2022 in PSONI - einer Organisation mit verschiedenen Einrichtungen für Menschen mit geistigen Behinderungen.
Für mich war schon lange klar, dass ich nach meinem Abitur erstmal ein Jahr Freiwilligendienst machen möchte und auch der Gedanke, einige Zeit ins Ausland zu gehen, hat mir echt gefallen. So war ich ziemlich glücklich, als ich auf der Suche nach den verschiedenen Möglichkeiten für freiwillige Tätigkeiten auf das Europäische Solidaritätskorps von Erasmus+ gestoßen bin und kann bis jetzt nur sagen, dass es auf jeden Fall die richtige Entscheidung war, diesen Weg zu gehen.
Unser Leben in Gdańsk
Untergebracht sind wir Freiwilligen in 2er oder 3er WG's nahe dem Hauptsitz von PSONI und etwa eine halbe Stunde Straßenbahnfahrt vom wunderschönen Stadtzentrum entfernt. Ich teile mir eine Wohnung mit Tereza aus der Tschechischen Republik. Da wir nicht weit entfernt vom Strand wohnen, machen wir in unserer Freizeit richtig gerne Spaziergänge am Meer.
Generell gibt es hier wirklich viel zu sehen. Mit unserem Bahnticket, was wir von PSONI gestellt bekommen, können wir jederzeit in die Innenstadt fahren und den Flair der zahlreichen alten Gassen und Straßen genießen. Auch der, das Zentrum durchziehende Fluss Motława, die Kanäle und beeindruckende Architektur machen den Stadtteil (gerade auch für mich, als Fotografie Begeisterte) immer einen Besuch wert.
Zu meinen persönlichen Lieblingsorten zählen außerdem noch die ruhigen Wälder und Parks in unserer Umgebung oder die nahegelegene Boulderhalle, in der ich schon viele nette Menschen getroffen habe, die die gleiche Leidenschaft teilen, wie ich.
Die Arbeit in PSONI
Da PSONI so viele verschiedene Einrichtungen hat, durften wir in den ersten zwei Wochen nach unserer Ankunft erstmal einen Einblick in jeden der möglichen Arbeitsplätze gewinnen, bevor wir uns dann entschieden haben, wo wir eingesetzt werden wollen.
Unsere Arbeitswoche hier ist total abwechslungsreich, da man fast jeden Tag in einer anderen Einrichtung arbeitet. So arbeite ich beispielsweise in der Grundschule und der weiterführenden Schule mit Jugendlichen. Dort assistiere ich hauptsächlich den Lehrern, helfe bei kreativen Aktivitäten und habe auch schon meine eigenen Bastelprojekte geleitet.
Außerdem arbeite ich einen Tag pro Woche im Daily Center. Dort verbringen Menschen mit Behinderung ihren Tag mit verschiedenen Aktivitäten. Die Teilnehmer in dieser Einrichtung sind alle erwachsen und meine Aufgaben hier sind sehr vielseitig. Von Puzzeln, zusammen musizieren, gemeinsam die besten Partys feiern oder einfach Gesellschaft leisten, ist hier alles dabei. Mir gefällt es sehr gut, die Arbeit mit sowohl Jugendlichen, als auch Erwachsenen kennenzulernen und ich habe alle hier schon richtig lieb gewonnen.
Auch das Orchester "Vita Activa" zählt zu meinen Arbeitsplätzen. Zusammen proben wir dreimal pro Woche in "Ecekon" - einer, sich im Zentrum der Stadt befindende Musikschule für Menschen mit Behinderung. Von dieser Einrichtung bin ich besonders begeistert und frage mich, warum es so etwas nicht viel häufiger gibt. Es ist echt toll zu sehen, was hier so auf die Beine gestellt wurde, mit wie viel Freude, Motivation und Ausdauer die Teilnehmer hier verschiedenste Instrumente lernen und was für eine tolle Gemeinschaft das Ganze ist. Teil davon ist eben auch das Orchester, welches aus Xylophonen, Vibraphonen, Glockenspielen und verschiedenen anderen Perkussionsinstrumenten besteht. Gemeinsam mit "Vita Activa" durfte ich Anfang dieses Jahres auch schon eine besonders tolle Erfahrung machen, als wir ein Neujahrskonzert in der baltischen Philharmonie in Gdańsk gespielt haben.
Foto von Leszek Błaszczyk
Neben unseren normalen Arbeitsstellen sind wir alle auch noch Teil des Programms "Best Buddies", bei dem jeder Freiwillige einmal pro Woche etwas mit einer Person mit Behinderung unternimmt. Mein Best Buddy heißt Amelia, wir lieben es gemeinsam Tee zu trinken, zu lachen, etwas essen zu gehen, gemeinsam zu kochen, und einfach eine schöne Zeit zu haben.
Obwohl wir uns hier hauptsächlich mit Englisch verständigen, bekommen wir ein bis zweimal die Woche gemeinsam Polnischunterricht, um uns hier in Polen und besonders auf der Arbeit einfach noch besser zurechtfinden zu können. Und auch wenn es schon nicht ganz einfach ist, ist es ein tolles Gefühl, zu merken, wie man von Woche zu Woche mehr versteht und sich immer ein bisschen besser ausdrücken kann.
Begegnungen
Bisher durfte ich schon viele schöne Erfahrungen machen, tolle Menschen treffen und wundervolle Orte kennenlernen.
Bei meinem On-Arrival Training in Warschau, habe ich sehr viele andere, nette internationale Freiwillige aus verschiedenen Teilen Polens kennengelernt. Dort haben wir eine Woche lang Tipps für unseren Aufenthalt in Polen und für unseren Freiwilligendienst bekommen, Dinge über das ESK gelernt und hatten ganz viel Zeit uns über verschiedene Themen auszutauschen. Wirklich eine Woche voller interessanter, neuer Eindrücke und Begegnungen.
Wir Freiwilligen in meiner Organisation in Gdańsk verstehen uns als Gruppe echt richtig gut und haben schon viele Sachen gemeinsam unternommen. Besonders gefällt mir aber auch, wie herzlich ich von den Mitarbeitern und Teilnehmern von PSONI empfangen wurde. Wenn ich auf Arbeit komme, begegne ich so vielen freudigen Gesichtern, ich fühle mich von den Menschen in den Einrichtungen hier so wertgeschätzt und willkommen, sodass ich ihnen genau dieses Gefühl nur zurückgeben möchte. Wir haben wirklich sehr viel Spaß zusammen und ich freue mich immer, wenn ich hier jemanden zum Lächeln bringen kann. Ich bin sehr glücklich, das erfahren zu dürfen und die Arbeit in diesem Bereich kennenzulernen.
Generell habe ich meine Zeit hier bisher wirklich genossen und freue mich auch in den nächsten Monaten noch mehr schöne Eindrücke zu gewinnen, die polnische und andere Kulturen noch näher kennenzulernen und jetzt nach den dunkleren Monaten (die natürlich nicht immer ganz so leicht waren), das Frühjahr und den Sommer bis Ende Juli hier an der Ostsee zu verbringen.