von Tobias | 23.09.2024 | Blog
Wie auch schon bei den Kommunal- und Europawahlen fand im Vorfeld der sächsischen Landtagswahl das U18-Projekt statt. Alle Minderjährigen waren aufgerufen ihre Stimme in einer der offiziell angemeldeten U18-Wahllokale abzugeben. Heraus kam, was man auch schon irgendwie erwartet hatte: Die AFD erlebt bei den Jugendlichen einen Höhenflug. Sie schneidet bei der offiziellen sowie der U18-Wahl als stärkste Kraft ähnlich hoch ab, bekommt bei U18 sogar noch knapp 4% mehr (34,5/30,6). Der mit Abstand auffallendste Unterschied ist dagegen bei der CDU auszumachen, die in der offiziellen Wahl beinahe doppelt so viele Stimmen holen konnte, wie in der U18-Wahl (16,2/31,9). Relational noch bemerkenswerter allerdings sind die Ergebnisse der Linken, sie bekommt bei den U18-Wählerinnen gut das zweieinhalbfache Stimmvolumen (11,8/4,5). Die Ergebnisse von Bündnis80/Die Grünen (5,7/5,1), SPD (8,5/7,3) und FDP (2,2/0,9) weichen nur leicht ab, in allen drei Fällen schneiden sie bei den offiziellen Wahlen schlechter ab. Deutlich besser im Rahmen der U18-Wahlen schnitten Die Partei (4,6) und Tierschutz hier! (4,0) ab, mit jeweils gut dem vierfachen an Stimmen, jedoch noch immer unter der 5%-Hürde verbleibend. Letztendlich ist noch ein Augenmerk auf das BSW zu richten. Dieses blieb bei U18 zwar leicht unter der 5%-Hürde (4,8), erzielte für sein erstmaliges Auftauchen auf dem Stimmzettel aber auch hier kein schlechtes Ergebnis. Bei der offiziellen Wahl erreichte es aus dem Stand sogar gut das doppelte (11,8). Heraus sticht erneut der Unterschied im Bereich Sonstige, darauf entfielen bei U18 14,6% mehr.

Viele Parteien haben innerhalb der U18-Ergebnisse Verluste zu verzeichnen. Am stärksten getroffen hat es Bündnis90/Die Grünen, die knapp 22% zur vorherigen Wahl eingebüßt haben und nun nur noch knapp über die 5% kommen. Fünf weitere Parteien, die allesamt bereits 2019, teils weit, unter den 5% lagen, haben leicht an Prozenten eingebüßt (FDP, Freie Wähler, Die Partei, Piraten, ÖDP). Am deutlichsten dazugewonnen hat die AfD, diese konnte zur vorherigen Wahl knapp 20% gutmachen. Drei weitere parlamentsrelevante Parteien konnten leicht zulegen (CDU, Die Linke, SPD). Darüber hinaus gab es acht Parteien, die 2024 neu auf dem Stimmzettel erschienen sind. Unter ihnen schnitten am besten das BSW mit 4,8% und Tierschutz hier! mit 4,1% ab. Nicht vernachlässigt werden sollte außerdem das Ergebnis der Freien Sachsen, die mit 2,3% das damalige Ergebnis der NPD mit 1,5% übertreffen, da beide Parteien Sammelbecken für Rechtsextreme und Neonazis sind, kann hier ein Anstieg in der Zuwendung zu neonazistischen Inhalten vermutet werden.
Besten Dank an den Stadtjugendring Dresden für die Auswertung der U18-Wahlergebnisse, die wir hier gerne zusammengefasst haben. Für unsere zukünftige Bildungsarbeit werden diese sicherlich eine Orientierung sein, weil sie doch eine grundlegende Tendenz in den politischen Präferenzen sächsischer Jugendlicher widerzuspiegeln scheinen.
von admin | 19.02.2019 | Blog
Vor 100 Jahren sprach die erste Frau im deutschen Parlament. Nachdem die Novemberrevolution 1918 die Einführung des Frauenwahlrechts mit sich brachte, zogen im Folgejahr 37 Frauen in die Weimarer Nationalversammlung ein.
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Das Frauenstadtarchiv Dresden nahm sich dies in Kooperation mit der Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der TU Dresden zum Anlass, eine Wanderausstellung zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht in Sachsen“ auszuarbeiten und vom 15. Januar bis zum 21. Februar im Bürgerfoyer des Landtages zu zeigen. Unser FSJ-Pler Carl und unser Praktikant Lukas haben am Montag noch die Gelegenheit eines Besuchs genutzt.
Die Ausstellung arbeitet vor allem mit Texttafeln, die geschichtlich einordnen, einzelne Biografien wichtiger Parlamentarierinnen erzählen oder Themen wie Bildungspolitik aufgreifen. Sie besinnt sich auf 100 Jahre Frauenwahlrecht und einzelne besonders wichtige Frauen, die in Sachsen unterschiedlich politisch gewirkt haben und so die Rolle der Frau im Parlament etabliert haben. Aufgebaut ist die Ausstellung U-förmig und arbeitet sich chronologisch von der Weimarer Republik bis ans Ende der DDR vor. Behandelt werden Persönlichkeiten, wie Olga Körner, die 1917 zunächst in der SPD Teil der proletarischen Frauenbewegung in Sachsen war, später mit Umweg über die USPD in die KPD eintrat und 1930 in den Reichstag gewählt wurde. Hier war sie in der Kommission Sozial- und Gesundheitswesen. Später war sie im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, wurde zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und war später im KZ Ravensbrück, was sie überlebte. In der DDR war sie Abgeordnete der SED für Sozialpolitik.
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Das Thema der Ausstellung empfanden die beiden als sehr wichtig, da Frauen heute im Parlament noch immer unterrepräsentiert sind, was in der letzten Zeit auch einige politische Debatten bestimmt hat. Die letzte Station der Ausstellung ist eine Fläche, auf der die Besucher*innen auf kleinen Zetteln notieren können, für was sich Frauen heutzutage einsetzen können, wo es noch heute 100 Jahre nach der Einführung des Wahlrechts für Frauen an Gleichberechtigung fehlt.
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