von Tobias | 27.07.2022 | Blog
Nun ist es schon zwei Monate her, dass ich das erste Mal an meinen Bürotisch beim PJR als neue Praktikantin saß. Ich wurde sofort herzlich begrüßt und allen vorgestellt, so dass ich mich direkt willkommen gefühlt habe. Auch die lockere Atmosphäre im Team, die abwechslungsreichen Aufgaben und natürlich die leckeren Käsestangen im Büro, haben mich motiviert ins Praktikum starten lassen.
Das Praktikum habe ich im Rahmen meines Studiums der Politikwissenschaften absolviert. Dass ich dieses im Bereich der politischen Bildung machen möchte, war mir von Anfang an klar. Über mehrere Ecken hatte ich erfahren, dass der PJR gute und wichtige Arbeit in dem Bereich leistet.
Mein Praktikum fing direkt mit viel Recherchearbeit für den Extremismusworkshop und die Berlinfahrt an. So habe ich den neuen Verfassungsschutzbericht einmal genau unter die Lupe genommen und neue extremistische Bewegungen, wie die Freien Sachsen, untersucht.
Das erste Highlight meiner Zeit beim PJR war die Exkursion zum Bundestag in Berlin mit Schüler*innen aus Dresden. Ständig auf der Suche nach berühmten Politiker*innen wurden wir durch die Gebäude des Bundestages geführt. Zudem durften wir an einer Plenardebatte teilnehmen und Politiker*innen der SPD, CDU und der Grünen interviewen.
Meine ersten richtigen Workshops habe ich zusammen mit Tobias in dem Gymnasium Cotta gehalten. 3 Tage hintereinander klärten wir mal mehr, mal weniger aufmerksame Schüler*innen über Extremismus auf. Das war ganz schön anstrengend, aber auch eine wertvolle Erfahrung.
Neben dem Basteln von Workshops, habe ich auch immer bei der Social Media Arbeit mitgewirkt. Durch unser Hauptqualifikationsmerkmal: jung und mit Social Media aufgewachsen, haben Justine, Yulia und ich fleißig Posts für Instagram und Co erstellt.
Zum Abschluss kann ich sagen, dass mir die Arbeit hier sehr Spaß gemacht und ich viel rund um das Konzipieren und Leiten von Workshops und Exkursionen, sowie der Social Media Arbeit dazu gelernt habe. Besonders habe ich das Team lieb gewonnen, so dass ich auch immer gerne wieder zum PJR zurückkehren werde.
von ESK-Freiwillige | 29.06.2022 | Blog
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Am 24. Juni haben waren wir mit 20 politisch interessierten Schüler*innen in Berlin unterwegs, um den Deutschen Bundestag zu besuchen, über seine Arbeit mehr zu erfahren und unsere Fragen an Politiker*innen zu stellen.
Im Rahmen der Bildungsfahrt sind die Schüler*innen mit drei Dresdner Bundestagabgeordneten, und zwar von der CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen ins Gespräch gekommen und haben einen Einblick in die politische Welt in Berlin bekommen.
Nachmittags haben wir eine Plenarsitzung des Bundestages von der Besuchertribüne erlebt und uns Reden der Abgeordneten zu den Themen Energiepolitik und Fahrpersonalmangel angehört.
Zum Schluss sind wir auf die Kuppel des Bundestagsgebäudes gestiegen und haben einen schönen Ausblick auf Berlin genossen.
Nach so einem interessanten und erlebnisreichen Tag sind wir erschöpft, aber glücklich gut nach Hause gekommen.
Die Teilnehmenden waren sehr begeistert und äußerten den Wunsch, so eine Fahrt in Zukunft noch einmal zu erleben. Wir freuen uns sehr, dass alles so gut geklappt hat und bedanken uns vor allem bei Herrn Zschalich vom Büro Merle Spellerberg für die tolle gemeinsame Organisation der Fahrt!
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von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 11.10.2018 | Blog

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e2/Kohlekraftwerk_Niederau%C3%9Fem-LR.jpg [11.10.2018]
Aktuelle Stunde zu notwendigen Maßnahmen zur Einhaltung des 1,5-Grad-Klimaziels im Deutschen Bundestag
Liebe Leser*innen,
am Mittwoch, dem 10.10.2018 fand auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine sehr engagierte Debatte zum Thema Klimawandel im Rahmen einer Aktuellen Stunde statt. Die Aktuelle Stunde ist ein Format im Bundestag, in dem über Themen von allgemeinem aktuellem Interesse diskutiert werden kann, ohne dass ein Beschluss oder ähnliches dabei entstehen soll. Der Titel der Aktuellen Stunde zielt auf den am 08. Oktober veröffentlichten Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) ab. Der Weltklimarat ist ein Unterorgan der Vereinten Nationen und hat das Ziel, die Regierungen über den neuesten Forschungsstand über den Klimarat zu informieren. Dabei soll er keine Handlungsempfehlungen abgeben. Zwei der medial stark beachteten Erkenntnisse des Berichts waren dabei erstens, dass es technisch möglich ist, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und zweitens, dass der Unterschied zwischen 1,5 Grad Erderwärmung und 2 Grad Erderwärmung signifikant wäre, da mit weit mehr Katastrophen wie Überschwemmungen, Unwettern etc. zu rechnen sei. Im Pariser Klimavertrag wurde eine Begrenzung der Klimaerwärmung auf 2 Grad beschlossen. Doch nach dem Sonderbericht gibt es Debatten, dass man die Erderwärmung doch auf 1,5 Grad begrenzen sollte.
Ich werde von jeder Fraktion sowie von der zuständigen Ministerin je einen Redebeitrag kurz darlegen. Die Redebeiträge habe ich nach meinem Ermessen ausgewählt, welche ich am eindrücklichsten fand. Am Ende kommt noch eine kurze Zusammenfassung, wie die grobe Position der Parteien zum Thema ist. Wer sich die Debattenbeiträge selbst anschauen will, kann auf die Namen der Redner*innen klicken. Für die gesamte Aktuelle Stunde bitte hier klicken, für das Wortprotokoll hier klicken.
Die Aktuelle Stunde
Eröffnet wurde die Aktuelle Stunde durch die antragsstellende Fraktion, also B90/Die Grünen, die durch Oliver Krischer vertreten war. Krischer prangerte an, dass die Bundes- und die NRW-Landesregierung nicht im Interesse der Wähler*innen handeln würde. Laut ihm würden verschiedene Umfragen darauf hindeuten, dass drei Viertel der Bevölkerung für einen schnellen Kohleausstieg wären, aber in den Parlamenten säße ein „fossiles Einheitskartell“ aus CDU, SPD und FDP, das den Kohleausstieg blockiert. Er wirft ihnen vor, im Interesse von Konzernen wie RWE zu handeln. Eine deutsche Bundesregierung müsse den Schutz des Klimas ins Zentrum ihres Handelns rücken, schon allein aus Eigeninteresse, weil durch den Klimawandel zum Beispiel Küstenstädte, aber auch die Landwirtschaft durch Dürreperioden bedroht sind. Weiterhin solidarisierte er sich mit den Demonstrierenden im Hambacher Wald. Er sagte außerdem, dass die Regierung nicht nur beim Kohleausstieg versage, sondern genauso auch in anderen Bereichen. Für ihn sei es unhaltbar, dass Deutschland zusammen mit den rechtspopulistischen Regierungen in Polen und Ungarn verhindere, dass die EU ambitionierte CO2-Grenzwerte für Autos beschließe. Er endet mit dem Aufruf, dass man auch handeln und nicht nur „Sonntagsreden“ schwingen solle.
Nach der anschließenden Rede einer CDU-Abgeordneten und eines AfD-Abgeordneten folgt die Rede der zuständigen Bundesministerin für Umwelt, Svenja Schulze (SPD). Frau Schulze stellte heraus, dass der Bericht des IPPC einerseits ein „Weckruf“ sei, andererseits aber auch Mut mache, weil es noch nicht zu spät zum Handeln, sondern noch zu schaffen sei. Dazu habe auch Deutschland seinen Beitrag geleistet, weil in Deutschland bisher innovative Umweltpolitik betrieben wurde, sodass hier viele Innovationen entstehen konnten. Auch sie betonte die Verantwortung zum Handeln, die jetzt gegeben sei. Für sie sei klar, dass sie die Klimapolitik verbindlicher werden müsse. In der Causa Hambacher Forst äußerte Frau Schulze klare Kritik an der schwarz-gelben Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. Diese hätte eine Eskalation verhindern müssen. Sie wollte, dass die Rodung des Walds gestoppt wird, solange in der Kohlekommission über den Kohleausstieg beraten wird. Doch die Landesregierung hätte darauf keine Rücksicht genommen. Sie kritisierte auch den Koalitionspartner, da sie sich wegen ihres Widerstands in den Verhandlungen in Luxemburg über die CO2-Grenzwerte für keine ambitionierteren Ziele einsetzen durfte. Gleichzeitig seien die beschlossenen 35 % Verminderung der Emissionen auch ein Fortschritt, da vielleicht keine bessere Einigung mit Regierungen wie in Polen und Ungarn möglich gewesen wäre. Sie rief dazu auf, dass Deutschland in Zukunft in Umwelt- und Klimafragen international wieder vorangehen solle und zum Beispiel ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz beschließe.
Gleich darauf antwortete Dr. Lukas Köhler für die FDP-Fraktion. Er kritisierte die Ministerin, dass sie hier ihre persönliche Meinung darlegte, aber keine gemeinsame Strategie der Bundesregierung zu bieten hätte. Für ihn ist es auch nicht verständlich, wie bisher gegen den Klimawandel vorgegangen wurde. Ihm sei zum Beispiel nicht klar, was die Grenzwerte gegen den Klimawandel genau gebracht hätten. Es sei möglich, dass 2027 genau die gleiche Debatte stattfinden würde, weil wieder ein „Rebound-Effekt“ eintreten könnte. Er hält das „Geschacher“ um CO2-Grenzwerte für „totalen Nonsens“. Köhlers Vorschlag zur Begrenzung der Erderwärmung ist ein globaler Emissionshandel. Laut ihm lebt bereits ein Drittel der Weltbevölkerung in Ländern, die Emissionshandel betreiben. Ihm sei klar, dass es schwierig ist, einen globalen Emissionshandel zu etablieren, aber es sei genauso unrealistisch, dass die Menschen ihr Verhalten plötzlich radikal ändern würden beziehungsweise, dass sie die radikalen Veränderungen hinnehmen würden.
Darauf antwortet der Abgeordnete der Fraktion Die Linke Lorenz Gösta Beutin. Ihn als Kieler betrifft der Bericht persönlich, da laut dem Bericht drei Millionen Menschen an Nord- und Ostsee in ihrer Lebensgrundlage bedroht sind. Deshalb ist er den Menschen, die sich seit Jahren gegen RWE und die Kohlepolitik im rheinischen Revier einsetzen, dankbar. Außerdem betont er, dass die aktuell ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen würden, um die Erderwärmung überhaupt auf zwei Grad zu begrenzen. Für ihn ist es sehr ungerecht, dass in globaler Sicht diejenigen, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind, am meisten darunter leiden. Er denkt, dass man den Klimawandel nur stoppen kann, wenn sich auch die Art des Wirtschaftens ändert. Das Konsumverhalten müsse sich ändern, was nur durch eine solidarische und gerechte Wirtschaftsordnung möglich sei.
Dr. Anja Weisberger (CSU) betont wiederum, dass bereits viele Maßnahmen durchgeführt sind, und auch weiterhin auf dem Weg sind. Sie wirft den Grünen vor, dass sie Unwahrheiten verbreiteten, indem sie behaupteten, dass nichts gemacht werden würde. Die Maßnahmenpläne in den zuständigen Ministerien seien in Arbeit, so wie das Klimaschutzgesetz. Ihre Idee zum Klimaschutz ist es auch, weniger auf Verbote sondern mehr auf Anreize zu setzen, weil man so die Menschen besser mit ins Boot holen könne. Für sie sei der „Schulterschluss zwischen Staat, Wirtschaft, Umweltverbänden und Zivilgesellschaft“ essentiell für das „Gelingen des nationalen Klimaschutzes“. Dies gelte auch im Bereich Kohle, wo sie für einen sanften Übergang plädiert, um die Energieversorgung nicht zu gefährden und um Strukturbrüche zu vermeiden. Ähnlich führt sie es beim Thema Verkehr und CO2-Grenzwerte für Autos aus.
Darauf kommt die Rede des AfD-Abgeordneten Dr. Rainer Kraft. Er sieht eine Diskrepanz zwischen den Reden der Grünen und dem Handeln der ehemaligen rot-grünen Landesregierung. Diese hatte nämlich in ihrer Amtszeit die Gebiete der Tagebaue festgelegt, wo auch der Hambacher Forst dazu gehört. Kraft kritisiert auch, dass die Naturschutzorganisation BUND für den Hambacher Forst für Gericht zieht, jedoch wenn Wald für Windkrafträder abgeholzt wird, würde dies nicht von Interesse sein. Weiterhin behauptet er, dass die Windenergie in deutschen Wäldern insgesamt weit unter der Stromproduktion des rheinischen Kraftwerks Niederaußem zurückliegt. (Mir liegen andere Daten vor, deshalb empfehle ich, diese Aussage mit Vorsicht zu genießen.) Kraft berichtet im Gegensatz zu seinen Vorredner*innen weniger über die Aussagen des Weltklimarats zum Thema Klima, dafür aber ausführlich darüber, dass der IPCC sich intern auch mit Themen wie Geschlechtergerechtigkeit beschäftigt. Damit sollte sich das Gremium nicht beschäftigen, meint Kraft. Weiterhin wundert er sich, dass Stickoxiden in der Forschung zwar eine wichtige Rolle zugeschrieben wird, die Reduktion an Stickoxiden sei aber nicht in den Klimastatistiken zu finden. Kraft spricht von Ökopopulismus, Klimavoodoo und Erlösersekten. Ihm liegen keine Daten vor, dass bisherige Klimapolitik schon direkte Auswirkungen auf die Temperatur gehabt haben, sodass er diese für nicht sinnvoll hält.
Danach kommen Beiträge von Abgeordneten der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und CDU/CSU, worauf die Rede von Dr. Nina Scheer (SPD) folgt. Scheer arbeitet sich sehr an der Rede von Herrn Köhler von der FDP ab. Zuvor spricht sie aber davon, was die Folgen wären, wenn man jetzt nicht konsequent das Klima schützt, zum Beispiel die Problematik Klimaflucht. Sie versucht, das Argument, dass bei einem zu schnellen Kohleausstieg Arbeitsplätze gefährdet sind, zu entkräften, indem sie darauf verweist, dass bisher 320 000 Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren entstanden sind, denen 30 000 Arbeitsplätze in der Braunkohle gegenüber stehen. Im Zwischenruf aus der FDP wird Scheer vorgeworfen, mit falschen Zahlen zu arbeiten, was sie abstreitet. Sie sieht auch wirtschaftlich im Klimaschutz eine große Perspektive.
Danach kommen noch zwei Reden von Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD, woraufhin die Aktuelle Stunde beendet wird.
Zusammenfassung
Die Reden sind insgesamt recht engagiert, auch emotional und teilweise polarisierend. Herr Krischer (B90/Die Grünen) hat zu Beginn sehr engagiert geredet, und, wie man es vielleicht auch von den Grünen erwartet, die Bundesregierung kritisiert, dass sie nicht genug macht. Das Gegenstück zu Krischer scheint Köhler (FDP) zu sein. Dieser hat mindestens ebenso leidenschaftlich geredet, jedoch möchte er vermeiden, dass Deutschland allein handeln muss, er ist nur bereit global mit einem Emissionshandel zu agieren. Die Linke hat sich in der Nähe der Grünen positioniert, wobei sie einen anderen Aspekt mit hereingebracht haben: Sie plädieren dafür, das Wirtschaftssystem zu ändern, sodass weniger auf Konsum abgezielt wird. Die AfD versucht in der Debatte zu polarisieren, indem sie mit Begriffen wie „Klimavoodoo“ arbeitet. Der Schutz des Klimas steht dabei offensichtlich weniger im Mittelpunkt. Die CDU/CSU ist sich sicher, dass bereits viel getan wird und dass man sich nicht zu viele Sorgen machen muss, weil auch viele weitere Maßnahmen auf dem Weg sind. Und zuletzt die SPD: Sie will eigentlich jetzt, gerade nach dem Klimabericht, mehr für das Klima tun. Doch sie befindet sich in der misslichen Lage, einen Koalitionspartner zu haben, der da anderer Meinung ist. So wirkt die SPD ein wenig unsicher, und Ministerin Schulze muss zu einem Treffen der europäischen Umweltminister*innen fahren, um dort eine Position zu vertreten, die sie nicht teilt. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht in der nächsten Regierungskrise endet.
von Tobias | 18.09.2017 | Blog
Schon seit über 20 Jahren wird im Vorfeld der Bundestagswahlen Kindern und Jugendlichen die Chance gegeben, ihre Stimme einer Partei zu geben. Die „U18-Wahlen“ zeichnen so stets ein etwas anderes politisches Stimmungsbild im Land. Und auch wenn dieses nur symbolische Bedeutung hat, so wird das Ergebnis doch gehört und die jugendlichen Wählenden werden zu einer Auseinandersetzung mit den Parteien und der Wahl an sich eingeladen.
Am 15.9. fand die diesjährige Wahl statt. In ganz Dresden hatten über 30 Wahllokale geöffnet, meist in Jugendhäusern oder Schulen. Wir haben den KJFH Plauener Bahnhof nachmittags als Wahllokal unterstützt: Zuerst hatten die Kids dort die Möglichkeit, sich mithilfe verschiedener Wahl-o-Maten wie den Wahl-O-Flex oder den Wahlswiper über die Positionen der Parteien zu informieren. Anschließend hatten wir eine kleine Galerie mit Kernforderungen der Spitzenpolitiker/innen zusammengestellt. Und zuletzt wartete dann der Gang in die Wahlkabine, wo die Wählenden dann ganz alleine und ungestört ihre Stimme abgeben konnten. Süßigkeiten und Applaus hießen die Erstwähler/innen dann nach Abgabe ihrer Stimme wieder willkommen.
Meet & Greet mit Spitzenkandidat/innen
Schon ab 15.45 Uhr fuhr die „Wahlbahn“ durch die Stadt. Voll besetzt mit Kindern und Jugendlichen, Trommlern der Sambaband Universo und plakatiert mit den Forderungen der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt fuhr die Kinderstraßenbahn Lottchen durch Dresden. So machte sie auf die U18-Wahl aufmerksam. Gegen 18.00 Uhr endete die Fahrt an der Webergasse. Alle Kinder und Jugendlichen zogen dann begleitet von Sambagetrommel zum Postplatz. Dort warteten schon die Spitzenkandidaten von SPD, LINKE, Grüne, FDP, und Vertreter der Piraten und der Jungen Union. Der Stadtjugendring hatte hier gemeinsam mit uns ein „Meet & Greet“ organisiert. Moderiert von Julia vom Kinder- und Jugendbüro stellten sich die Politiker den Dresdner Kindern und Jugendlichen vor, gingen auf die Forderungen ein und standen im Anschluss für Fragen zur Verfügung. Auch der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert war zugegen und begrüßte die zahlreichen Zuschauer im Namen der Stadt.
Bildungsfahrt nach Berlin
Am 24.11.2017 laden wir außerdem im Nachklang der U18- und der Bundestagswahl herzlich dazu ein, in Berlin die gewählten Vertreter verschiedener Parteien zu treffen. Diese wollen wir zu den Forderungen der Kinder und Jugendlichen befragen. 50 Schüler/innen aus Dresden der Klassenstufe 8-11 können mitfahren. Los geht es um 7.30 Uhr. In Berlin besuchen wir den Bundestag, treffen Politiker/innen zu einem Abgeordnetengespräch, besteigen die Reichstagskuppel und nehmen in der Kantine des Bundespresseamtes einen Mittagsimbiss ein. Zurück in Dresden sind wir gegen 17.00 Uhr. Anmelden kann man sich über den Stadtschülerrat. Anmeldeschluss ist der 30. September.
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von admin | 20.02.2015 | Blog
Am 5.02
wurde unsere Organisation zu einer Konferenz in das Außenministerium eingeladen
(Steffi und ich sind angereist). Diese Veranstaltung war den aktuellen
Ereignissen in der Ukraine gewidmet: Die Partnerschaft mit Russland und der
Ukraine und der zwischengesellschaftlichen Mitarbeit. Viele NGOs aus ganz
Deutschland, die mit diesen Ländern zusammenarbeiten, haben sich bei der
Konferenz angemeldet, ungefähr mehr als 200 NGOs waren präsent.
Dr. h.c. Gernot Erler, Koordinator für die
zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den
Länder der Östlichen Partnerschaft, eröffnete die Konferenz mit einem
Einführungsvortrag. Der Vortrag behandelte die aktuelle Situation in der
Ukraine, die Rolle der NGOs in Russland und der Ukraine sowie die Entwicklung der
Zivilgesellschaft in diesen Ländern. Dr. h.c. Erler hat die Bedeutung der
verschiedenen politischen Narrative seit dem Kalten Krieg als wichtige
Voraussetzung des Konflikts betont. Seiner Überzeugung nach haben Russland und der
Westen verschiedene Wahrnehmungen von z. B. der Nato-Erweiterung, der EU-Erweiterung
und den farbigen Revolutionen in den ehemaligen GUS-Staaten. Für Russland sieht
die derzeitige weltpolitische Lage wie eine Fortführung des Kalten Krieges aus,
wie ein Mittel der Machtpolitik gegen Russland, um das Land zu schwächen. Dabei
ist der alte Gegner wieder der neue, die USA. Eine ganz andere Position und
Wahrnehmung herrscht bei den Europäern: Das Ziel wird in der Entwicklung der
Demokratie und der Zivilgesellschaft, der Abschaffung von Korruption, der
Förderung der Menschenrechte und der Friedenssicherung usw. gesehen.
Dr. h.c. Erler sprach über die Unterentwicklung und das schwierige
Umfeld für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Russland und in der
Ukraine. Das Misstrauen gegenüber der Zivilgesellschaft, Ausgrenzung und
Kriminalisierungsprozess sowie strenge Überwachung der NGOs in Russland – all
das behindere die Entwicklung der Zivilgesellschaft. Im Gegenteil zu Russland gäbe
es in der Ukraine eine aktive Zivilgesellschaft, die jedoch nun unter den
Bedingungen des Kries nicht weiter funktionieren könnte.
Nach seiner Rede, haben wir diese Themen im Plenum
diskutiert. Die Organisationen stellten ihre Fragen. Es ist erstaunlich, dass sich
sogar hier zwei Lager gebildet haben: eine Seite, die sich eher pro Russland
präsentierte, beschuldigten Deutschland und Europa als Urheber einer Vertrauenskrise
mit Russland, andere waren völlig mit der Politik der EU bei der Lösung dieses
Konflikts einverstanden.
Steinmeier
kommt
Nach dem Plenum wurden uns kurz die politischen
Bedingungen für Partnerschaften, Visafragen sowie ein kurzer historischer
Exkurs in die Entwicklung von NGOs in Russland und der Ukraine vorgestellt. Anschließend
haben einige Organisationen ihre Projekte und Erfahrung in Zusammenarbeit mit Russland
und Ukraine präsentiert, z. B solche Organisationen wie MitOst e.V., „DRJUG-Trilaterales
Jugendforum: Germany, Russia, Ukraine: A common future?“ und der Arbeiter-Samariter-Bund
Deutschland e.V..

Kurz vor dem Mittagessen besuchte der Bundesaußenminister
Dr. Frank-Walter Steinmeier die Konferenz. Mit seinem Grußwort wurde deutlich gemacht,
wie wichtig in dieser gespannten Zeit die Zusammenarbeit deutscher NGOs mit
Russland und Ukraine sein soll. Herr Dr. Steinmeier hat die Situation in der
Ukraine noch mal zusammengefasst. In seinem Vortrag setzte er einen besonderen Akzent
auf die Tatsache, dass es sich um die größte Gefahr für die europäische Friedensordnung
seit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien handle. Er akzentuierte die unstabile
Sicherheitslage, die von mehreren Konflikten und Krisen in der Welt bedroht sei. Für ihn existiere nur die Möglichkeit einer diplomatischen
und friedlichen Lösung, Waffenlieferungen würden nur zu einer Eskalation des
Konfliktes führen. Dabei spielt die Vernetzung und friedliche Außenpolitik der
Gesellschaften eine wichtige Rolle. Wir NGOs aus Deutschland sollen diese
Außenpolitik vorantreiben und eine mögliche Unterstützung für unsere
Partnerorganisationen leisten.
Nach dem Mittagessen wurden parallele Themenforen
durchgeführt. Die Rede war vor allem von Unterstützungsinstrumenten der
Bundesregierung, wie Finanzierungen für Projekten mit
Russland und Ukraine. Ich persönlich war bei den Menschenrechtsprojekten, die
durch das Referat VN06 finanziert werden können. Außerdem stehen Mittel zur Förderung von
Projekten der zivilen Krisenprävention, Friedenskonsolidierung und
Demokratieförderung bereit. Das Auslandsamt fördert auch andere Projekten mit
Ländern der Östlichen Partnerschaft.
Nach den Themenforen haben wir uns wieder im Weltsaal versammelt und die Ergebnisse
zusammengefasst. Als gemeinsame Ziele wurden festgehalten:
Ø wir
müssen mit unseren Partner auf gleiche Augenhöhe arbeiten
Ø Russland
ist ein Partner, den wir in der Friedensordnung und bei der Konfliktlösung
brauchen und wir dürfen auf die Kontakten mit Russland nicht verzichten
Ø Die
gesellschaftlichen Aktivitäten müssen Priorität haben Wir müssen zusammen Partizipation
entwickeln
Ø Die
Sprachlosigkeit muss aufgebrochen werden
Die Konferenz hat, meiner Meinung nach, einen Impuls zur weiteren Entwicklung der
Zusammenarbeit mit Russland und Ukraine gegeben. Derartige Konferenzen sollten
häufiger stattfinden. Dank dieses Treffen habe ich viele andere Organisationen
kennengelernt und Kontakte aufgebaut. Wir müssen den Dialog weiter führen und
unsere Zusammenarbeit auf der Ebene der Zivilgesellschaft verstärken. Ich
glaube, dass wir heute noch weiter gehen müssen und nicht aufgeben dürfen.
Unsere Kommunikation sollte nicht verloren gehen und die Ausgrenzung von ukrainischen
und russischen Partnern darf nicht zugelassen werden. PJR Dresden hat schon eine dauerhafte
Partnerschaft mit Kaliningrad. Im Moment bringen wir uns aktiv in einem Projekt
mit mitost Hamburg und St. Petersburg ein und versuchen eine neue Partnerschaft
mit einer Organisation aus Lemberg / Ukraine zu entwickeln. Eine trilaterale
Begegnung Deutschland – Russland – Ukraine wäre eine Möglichkeit eine Friedenskooperation
anzuregen und Probleme und Anliegen mit den Jugendlichen zu besprechen.
Ich war von dieser Konferenz sehr beeindruckt und würde
mich freuen an solchen Veranstaltungen öfter teilzunehmen. So kommt man der
Realität näher und man fühlt sich in solche Prozessen stärker einbezogen.
Vielen Dank an PJR Dresden für eine grandiose Möglichkeit,
mein Verständnis über den Konflikt in der Ukraine zu vertiefen und an kleinen
Teil der Friedensförderung teilzunehmen 😉 !
Liebe Grüße,
eure Alex