Mein EFD in Tschechien

Ich habe nun schon ein halbes Jahr meines europäischen Freiwilligendienstes geschafft  und ich muss sagen, dass ich überrascht bin wie gut ich bisher klar gekommen bin. Alleine zu wohnen ist nicht so schwierig, wie ich es mir vorgestellt hatte und auch das Geld ist ausreichend. Wenn ich auf Reisen war, konnte es am Ende des Monats etwas knapp werden, aber zum Glück kann man in Tschechien sehr gut mit wenig Geld auskommen.

Ich werde oft gefragt was hier eigentlich mein Job ist und ich muss zugeben, dass dies teilweise sehr schwer zu beantworten ist. Ich habe sehr viele verschiedene Aufgaben und kaum zwei Wochen vergehen, ohne dass es irgendein besonderes Event gibt, das meinen Alltag komplett verändert. Sollte eine Woche jedoch einmal ohne Änderungen verlaufen, dann verbringe ich meine Zeit entweder damit Schulen zu besuchen oder in unserem Freizeitzentrum zu arbeiten. In den Schulen helfe ich beim Deutsch- und Englischunterricht, wobei ich die Englischstunden meist selber planen und halten darf, während ich in Deutschstunden nur Texte oder Vokabeln vorlese und die Aussprache meiner Schüler korrigiere. Ich verbringe sehr viel Zeit am Tag damit von einer Schule zur anderen zu laufen. Mir wurde zwar ein Fahrrad versprochen, aber dieses ist so alt und schlecht, dass ich zu Fuß besser dran bin.

In unserem Freizeitzentrum habe ich allerlei zu basteln. Meistens sind das Dekorationen  wie Schneeflocken oder Sterne, die überall aufgehangen werden. Desweiteren bereite ich Materialien für Clubs mit kleinen Kindern vor. Mir wird dann gesagt, wie viele Schmetterlinge, Marienkäfer oder Engelchen ich aus Pappe oder Papier auszuschneiden habe und später gestalten die Kinder diese dann mit verschiedensten Materialien. Einmal pro Woche habe ich auch einen Club in welchem ich mir selber ausdenke was die Kinder basteln sollen. Am Anfang hatte ich nie Ideen was man denn so basteln könnte, aber da konnte mir Google helfen. Jetzt habe ich immer genug Ideen und das Beste ist, dass man bei den kleinen Kindern sehr schnell weiß ob es ihnen gefallen hat oder nicht.

Unsere Organisation veranstaltet sehr häufig Events. Bei diesen Aktionen habe ich komplett andere Arbeitszeiten und führe Arbeiten aus die von Teller waschen und Fenster putzen bis Memory spielen und mit Kindern tanzen, reichen können. Das Bild ist von einem Event für Kindergarten- und junge Grundschulkinder im Winter. Es ging dabei um Bären und wie sie den Winter überleben. Ich war an einer Station an welcher wir den Kindern beigebracht haben was Bären so fressen und als kleines Spiel mussten die Kinder Plastikobst und –Gemüse aus dem Schnee ausbuddeln. Jedoch sind uns ein paar Spielzeuge verloren gegangen und ich hatte, nach getaner Arbeit, mit anderen Freiwilligen Spaß daran die Früchte zu finden, leider jedoch erfolglos. Als der Schnee dann geschmolzen war, sind sie wieder aufgetaucht.

Mein nächstes Event wird ein Fairtrade-Thementag, den ich mit anderen Freiwilligen nahezu selbst organisieren muss. Es wird Seifenblasen und ganz viel  Kuchen geben. Ich freue mich schon sehr darauf und bin gespannt wie es mir gelingen wird.

Sonja