Wer hat an der Uhr gedreht? Die FSJlerin blickt zurück

Wie auch schon die ersten drei Monate, vergingen die folgenden drei rasend schnell. Auf das Datum schauend stellte ich überrascht und mit Bedauern fest, dass bereits über die Hälfte meines Freiwilligen Sozialen Jahres hinter mir liegt.

Neben einigen konstanten Aufgaben, die sich vor allem auf  Büroorganisation, Ablage und das Verfassen von Texten belaufen, variiert mein Tages- und Wochenablauf.

Das, seit Anbeginn des Schuljahres laufende, Sozialtraining an der 9. Oberschule schlossen wir mit einem Videoprojekt zum Halbjahr ab. Erfreulicher Weise kann das Projekt „ Junge Elbtalforscher“ bis zum Ende des Schuljahres durchgeführt werden. Die Arbeit mit der Gruppe, das Erstellen der Tablettouren und die Planung dessen bereitet mir weiterhin große Freude. Ergebnisse unserer kleinen Entdeckungstouren veröffentliche ich auf verschiedenen Plattformen.

Mein eigenes Projekt, die Erstellung einer Multimedia Stadtführung durch die Dresdner Geschichte,  entwickelt sich gut. Nach einem prüfenden Blick des Vorstands haben wir uns entschieden, die Zeitspanne etwas zu verkürzen. Daher steh ich nun noch vor ein paar inhaltlichen Problemen, welche ich bis zur Testphase des Ganzen im April  behoben haben will. Diese Zeitreise mit Tablet, wie sie im Ferienpass Dresdens  genannt wird, findet unter freier Anmeldung in den Sommerferien statt.

In den letzten Monaten tauchten zwei neue Gesichter im Büro auf. Zum einen wollte sich Sebastian, ein amerikanischer Austauschstudent, gern politisch betätigen und zum anderen arbeitete Praktikant Elias für zwei Wochen bei uns. Begeistert nahmen zahlreiche Englischlehrer Sebastians Angebot eine Schulstunde zum Thema USA und Trump zu gestalten an. Daher begleitete ich ihn einige Male und genoss (ebenso, wie die SchülerInnen) diesen Insiderbeitrag des Muttersprachlers.

Unser Praktikant Elias recherchierte nicht nur zu einem Projekttag, sondern berichtete im Rahmen eines Stammtisches über seine Flucht aus Afghanistan. Der, damals 16 jährige, macht sich alleine auf die lange und ausgesprochen gefährliche Reise nach Deutschland. Sein Bericht über Schmuggler, Zwischenmenschlichkeit und Innere Konflikte bewegte. Obwohl er durch ein Theaterprojekt das Glück hatte eine Pflegefamilie zu finden, ist sein Antrag auf Asyl noch nicht bewilligt.  Wir stehen weiterhin mit Elias in Kontakt und planen mit ihm bereits den nächsten spannenden Abend. Dieses Mal sollen die politischen Begebenheiten Afghanistans im Fokus stehen.

Ein Highlight der letzten Wochen stellte die Teilnahme an der Verleihung des „Dresden Preis(es)“ dar. Bereits das achte Mal in Folge vergab der Friends of  Dresden Deutschland e.V. diesen Preis an besonders engagierte Personen. Am 12. Februar erhielt Domenico Lucano, der Bürgermeister des italienischen Ortes Riace, diese Auszeichnung in der Semperoper. Diese Veranstaltung bewegte und löste Gedanken der Hoffnung und Bestürzung gleichermaßen aus.

In den nächsten Tagen und Wochen stehen unter anderem ein Projekttag zum Thema Populismus/ Extremismus, Actionboundtouren zur Friedlichen Revolution bzw. NS- Vergangenheit an. Ich freu mich sehr über die Möglichkeit an all diesen Projekten mitwirken zu können und so einen sehr abwechslungsriechen und spannenden Wochenablauf zu haben.

Nach Ende meiner Kernarbeitszeit ziehen mich oftmals Podiumsdiskussionen oder etwaige interessante Veranstaltung an. Von einer Debatte über den Geheimheitsgrad der Geheimdienste, Pöbelnde Populisten oder einer Lesung aus der kritischen Edition von „Mein Kampf“  bis zu Putins Russland reicht das Themenspektrum. Über einige dieser Veranstaltungen, wie beispielsweise über den Kinodokumentarfilm „ Wir sind Juden aus Breslau“, berichte ich im Jugendblog oder auf unser Homepage.